Unser Test: Gefriergetrockneter Eucalyptus – lohnt sich das wirklich?
Vor Kurzem sind wir in einem grösseren Gartencenter an gefriergetrocknetem Eucalyptus vorbeigegangen – und waren sofort neugierig. Die Zweige sahen zwar schön aus, wirkten aber fast gummiartig und leicht künstlich. Das hat uns nicht mehr losgelassen. Wir wollten herausfinden, ob wir mit unserem Gefriertrockner ein möglichst natürliches Ergebnis erzielen können – ganz ohne künstliche Zusätze.
Was sagt die Theorie?
Unsere Recherche hat ergeben: Eucalyptus kann ohne Vorbehandlung direkt gefriergetrocknet werden. Eine Nachbehandlung mit Fixierspray wird nur empfohlen, wenn die Raumluftfeuchtigkeit über 55 % liegt. Ansonsten sollte der Eucalyptus formstabil bleiben und nicht schimmeln.
Warum?
Eucalyptus hat im Vergleich zu anderen Pflanzen wie Rosen oder Tulpen:
- dickere, robustere Blätter
- einen hohen Ölanteil
- eine leicht wachsartige Oberfläche
Das macht ihn grundsätzlich gut geeignet.
Für unseren ersten Test haben wir daher bewusst auf Fixierspray verzichtet.
Eucalyptus besorgt – und los geht’s
Für CHF 3 pro Bund haben wir im Dorfblumenladen drei volle Bündel gekauft. Natürlich kommen später die Strom- und Trocknungskosten dazu – aber wenn das Ergebnis als dauerhafte, natürliche Dekoration fürs Schlafzimmer taugt, ist uns das diesen Aufwand wert.
Das erste Hindernis: Die Einbauhöhe
Zu Hause zeigte sich schnell die erste Herausforderung: die Höhe der Tablare.
Bei Harvest Right Gefriertrocknern befindet sich über jedem Tablar eine Heizmatte – der Abstand beträgt rund 8 cm. Das Produkt darf diese Heizmatte auf keinen Fall berühren, sonst kann es „verkohlen“.
Eucalyptus im Bund ist allerdings ziemlich buschig. Ein Einlegen als Ganzes war unmöglich. Also haben wir die Bündel auseinander geschnitten – und selbst dann war es ein ziemliches Gefummel, die Zweige so zu platzieren, dass sie nirgendwo die Heizmatte berühren.
Nach etwas Geduld und Geschick hat es schliesslich geklappt.
Unser Ergebnis: Überraschend – aber ehrlich
Nach Abschluss des Trocknungsprozesses zeigte sich:
- Farbe: leicht verblasst
- Konsistenz: erwartungsgemäss sehr trocken und brüchig
- Optik: schön, aber
- Haptik: praktisch identisch mit luftgetrocknetem Eucalyptus
Kurz gesagt:
Der Unterschied zu ganz normal luftgetrocknetem Eucalyptus ist minimal.
Warum wirkt der Eucalyptus im Gartencenter so „gummiartig“?
Unser Fazit nach dem Vergleich: Der Eucalyptus im Gartencenter muss chemisch konserviert worden sein. Diese gummiartige, weiche, fast künstlich wirkende Haptik bekommt man mit Gefriertrocknung alleine nicht hin.
Neben dem Luft- und Gefriertrocknen gibt es nämlich noch eine dritte Methode: die Konservierung mit Glycerin.
Dabei wird der frische Eucalyptus in eine Mischung aus Wasser und Glycerin gestellt und anschliessend luftgetrocknet. Dadurch bleibt er weich, flexibel und farbstabil.
Konservierten Eucalyptus zu gefriertrocknen wird jedoch nicht empfohlen, denn:
- Glycerin gefriert nicht wie Wasser
- es sublimiert nicht
- die Pflanze kann Flecken, Formverlust und klebrige Oberflächen entwickeln
- Glycerin kann Rückstände im Gefriertrockner hinterlassen
- es kann sogar die Vakuumpumpe stark belasten
Das Risiko steht also in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Unser ehrliches Fazit
Der Test war spannend – und auf jeden Fall den Versuch wert.
Aber:
- Luftgetrockneter Eucalyptus liefert praktisch dasselbe Ergebnis
- bei deutlich geringerem Energieaufwand
- und ohne mühsames Einlegen in den Gefriertrockner
Für natürliche, langfristige Deko ist die klassische Lufttrocknung also völlig ausreichend.
Gefriertrocknung lohnt sich für Eucalyptus nur bedingt – und eher aus Neugier als aus echtem Mehrwert.